Ein spiritueller Impuls zum 100. Weltmissionssonntag

„Sei mutig und stark.“ (Josua 1,6)

Manchmal braucht es viel Mut, einen ersten Schritt zu tun. Auf einen fremden Menschen zuzugehen. Für jemanden einzustehen, der keine Stimme hat. Hoffnung zu bewahren, wo vieles aussichtslos erscheint. Oder einfach da zu bleiben, wo andere längst weitergegangen sind.

Als Gott Josua diese Worte zuspricht, steht dieser vor einer ungewissen Zukunft. Er weiß nicht, was ihn erwartet. Doch er erhält eine Zusage, die weit über seine eigenen Kräfte hinausreicht: Er muss seinen Weg nicht allein gehen. Gott wird an seiner Seite sein.

Auch heute gibt es Menschen, die solchen Mut jeden Tag aufs Neue aufbringen. Eltern, die trotz großer Armut für die Zukunft ihrer Kinder kämpfen. Frauen und Männer, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Menschen, die anderen in schwierigen Lebenssituationen beistehen und dabei selbst oft nur wenig besitzen.

Mut zeigt sich nicht immer in großen Taten. Manchmal beginnt er ganz leise: mit einem offenen Ohr, einer ausgestreckten Hand, einem geteilten Stück Brot.

Seit hundert Jahren erinnert uns der Weltmissionssonntag daran, dass wir als Christinnen und Christen über alle Grenzen hinweg miteinander verbunden sind. Die Kirche ist eine weltweite Gemeinschaft, in der Menschen ihren Glauben teilen, voneinander lernen und füreinander Verantwortung übernehmen.

Für uns Salvatorianer bedeutet Mission, Gottes Liebe erfahrbar zu machen – durch Bildung, durch konkrete Hilfe, durch die Verkündigung des Evangeliums und vor allem durch die Begegnung von Mensch zu Mensch. Nicht über andere hinweg, sondern gemeinsam mit ihnen.

Vielleicht liegt darin auch die Botschaft dieses Jubiläums: Die Welt braucht nicht nur starke Menschen. Sie braucht Menschen, die einander stärken.

„Sei mutig und stark.“ Diese Worte gelten auch uns. Nicht, weil wir alles schaffen müssen. Sondern weil wir darauf vertrauen dürfen, dass selbst kleine Schritte der Liebe etwas verändern können.

Ein Gedanke für den Sonntag

Wo braucht es heute meinen Mut? Und wem kann ich durch meine Nähe, meine Worte oder mein Handeln neue Zuversicht schenken?