80-jähriges Professjubiläum von P. Ansgar Löhr SDS

Entschiedenheit und Treue

Am Sonntag, 8. September 2013 fand im Kloster Steinfeld ein ganz außergewöhnliches Fest statt. Der 103 Jahre alte P. Ansgar Löhr SDS konnte sein 80jähriges Professjubiläum feiern. Viele Mitbrüder, Verwandte und Freunde waren gekommen um mit dem hochgeschätzten Jubilar zu feiern.

Als Anton Löhr, wie P. Ansgar mit Taufname hieß, im Jahr 1910 in Sundern im Sauerland geboren wurde, da regierte Kaiser Wilhelm II. das Deutsche Kaiserreiches.

Nach der Volksschule 1924 -Friedrich Ebert war Reichspräsident in der Weimarer Republik – besuchte er die Schulen der Salvatorianer in Wurzach und Lochau und machte in Bregenz sein Abitur.

Zum Noviziat ging es nach Heinzendorf in Schlesien.Ausgerechnet 1933 möchte man sagen, ausgerechnet in dem Jahr, als  die Mehrheit der Deutschen den Weg für die  Machtergreifung durch Adolf Hitler frei machten, entschied sich P. Angsar für einen radikal anderen Weg und widmete sein Leben Jesus Christus.

Der gescheite junge Mann fiel den Verantwortlichen auf. Er erhielt das Privileg in Rom studieren zu dürfen. Bald wurde er, selber noch  Student,  für eine Jahr in das Studienhaus in Chester nach England geschickt, um dort Philosophie zu unterrichten – natürlich auf Latein.

1939, in dem Jahr als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war endlich die Priesterweihe in Rom. Doch die Pläne seiner Oberen sollten ihn nach Südamerika führen. 1940 war es gerade noch möglich, auf verschlungenen Wegen nach Brasilien auszuwandern, wo der Jubilar mit jungen 30 Jahren Dozent an der ordenseigenen Hochschule in Sao Paulo wurde.

25 Jahre lang, tat er diesen Dienst. Neben dieser wissenschaftlichen Tätigkeit lagen  ihm aber auch immer die Nähe zu den Menschen und die Seelsorge in einer sozial schwierigen Gegend der Stadt am Herzen.

1965 – Ludwig Ehrhard war Bundeskanzler und das Zweite Vatikanum wurde gerade beendet – da kehrte Pater Ansgar wieder nach Deutschland zurück,  nachdem die Hochschule in Sao Paulo aufgelöst worden war.

Zunächst übernahm er verschiedene verantwortliche ordensinterne Aufgaben an verschiedenen Orten, doch es wurde deutlich, dass der Seelsorge immer noch sein Herz gehörte.

1975 – Helmut Schmidt war mittlerweile Bundeskanzler – übernahm P. Ansgar mit 65 Jahren, also in einem Alter, wo andere längst im Ruhestand sind, als Pfarrer noch die Pfarrei St Brictius in Köln Merkenich und versah diesen Dienst 18 Jahre.

Wer denkt, dass jetzt die Zeit für den Ruhestand gekommen wäre, der irrt. Ab 1994 – Helmut Kohl wurde gerade zum 4 mal zum Kanzler gewählt –  versah er noch den Dienst als Hausgeistlicher im Kloster  der „Aachener Franziskanerinnen“  in Frechen-Königsdorf , bzw. im Altenheim St. Elisabeth.

Bei diesem langen Lebenslauf zieht sich aber eines wie ein roter Faden durch diese Lange Zeit: Die immer neue Begeisterung und Entschiedenheit für Jesus Christus, und die Liebe und Kraft, eine ganzes Leben lang Christus auf immer neue Weise zu verkündigen. Und heute ist es immer noch erfrischend  P. Ansgar mit seinem spitzbübischen Humor zu erleben.

P. Provinzial Hubert Veeser dankte P. Ansgar für das große Zeugnis seines Lebens. Für die Entschiedenheit und für die Treue zum Herrn und die Spuren, die er in den Herzen so vieler Menschen hinterlassen habe. Und wünschte Ihm noch eine ganz lange Zeit der geistigen Rüstigkeit und Wachsamkeit, über die sich sein Mitbrüder immer wieder freuen.