Dankbare Erinnerung an P. Karl Hoffmann SDS 

Mit tiefstem Schmerz haben wir die Nachricht von der endgültigen Abreise von P. Karl Hoffmann ins Haus des Vaters erhalten. In einer Haltung des Schweigens preisen wir, die Salvatorianer aller Welt mit dem Herzen voller Dankbarkeit Gott für das Geschenk des Lebens von P. KARL HOFFMANN, unser ehemaliger Generaloberer. 

Ich hätte gerne die richtigen Worte, um unsere Wertschätzung für seine spirituelle Weisheit und die Breite seines großen Dienstes, sein volles und großzügiges Engagement für unsere Gesellschaft auszudrücken. Ich erinnere mich an die verschiedenen Begegnungen mit P. Karl, und ich kann bezeugen, dass er eine sehr inspirierende Person in der gesamten Gesellschaft war. Die Größe seiner liebenswerten Vorgehensweise wurzelte nicht im Spektakulären, sondern in der Tiefe seines spirituellen Lebens. In seinen Worten und seinen Taten offenbarte er seine Vertrautheit mit Gott im tiefsten Sinne, den wir uns vorstellen können. 

 Sein eigener Stil, durch Ikonographie über das spirituelle und salvatorianische Leben zu sprechen, erregte meine Aufmerksamkeit. Bilder, so sagt man, „sagen oft mehr als tausend Worte“. Die Art und Weise, wie er seine Wertschätzung für das Bild Christi des Heilandes zum Ausdruck brachte, das in unserer Kirche in Berlin mit offenen Armen dargestellt wird, findet bei mir immer noch Resonanz. Mit diesem und anderen Beispielen lud er uns immer wieder ein, vor den vielen Ablenkungen der modernen Welt zu fliehen und die Nachfolge Jesu Christi, der unser Leben vollständig erfüllt, nie aus den Augen zu verlieren. Tatsächlich können wir unter so vielen Dingen, die wir alle tun müssen, diesen Horizont verlieren: Jesus Christus ist der Grund für unsere Widmung und unser Apostolat. 

Zusätzlich zu diesem Zeugnis von jemandem, der sich durch Gottes Gnade Schritt für Schritt verwandeln ließ, werden wir niemals dankbar genug sein, insbesondere für seinen Dienst als Generaloberer (1993 – 1999) in der Führung unserer Gesellschaft. Genau in seiner Amtszeit wurde der lange „Erneuerungsprozess“ abgeschlossen, der das Ziel hatte, zum Ursprung der Spiritualität, des Charismas und der Sendung unserer Gesellschaft zurückzukehren. Gleichzeitig hat die Gesellschaft als Ergebnis dieser Suche, unter dem Impuls des Heiligen Geistes zu den Wurzeln unserer Identität zurückzukehren, bedeutende Schritte zur missionarischen Expansion in Richtung des asiatischen Kontinents unternommen. Kurz gesagt, Tiefe und Erweiterung wurden gleichzeitig gesucht! Deshalb sind wir heute so dankbar und uns der Bedeutung dieser Dimensionen für unseren Dienst in der Kirche und mit der Kirche in den verschiedenen Ecken der Welt bewusster. 

Ich kann nicht anders, als den glücklichen Zufall zu beobachten, dass Papst Franziskus uns kürzlich zu einem „Jahr des Heiligen Josef“ eingeladen hat, der gleichzeitig auch der Patron unserer Gesellschaft ist. In seinem Einberufungsbrief schrieb der Papst: „Jeder kann im heiligen Josef – dem Mann, der unbemerkt bleibt, dem Mann der täglichen Gegenwart, diskret und verborgen – einen Fürsprecher, eine Unterstützung und einen Führer in schwierigen Zeiten finden.„1 Ich glaube, dass diese herausragenden Werte im Leben des Heiligen Josef sich in gewisser Weise in der spirituellen und apostolischen Reise von Pater Karl Hoffmann reflektieren. Dies ist ein Erbe, das er für immer in der Gesellschaft hinterlässt. Ein Salvatorianer, der Jesus Christus mit Worten und Gesten der Betrachtung, Nächstenliebe und wahren Demut bekannt gemacht hat. 

Danke P. Karl für das Geschenk Deiner Berufung und für Dein festes Band der Liebe und des Dienstes in unserer Gesellschaft! Vielen Dank für das Zeugnis, das durch Beständigkeit, Zuhören, Schweigen und großzügiges und uneingeschränktes Apostolat gekennzeichnet ist. Vielen Dank, dass Du uns eingeladen hast, dem authentischen Geist und der apostolischen Vision von Pater Franz Jordan anzunähren. Vielen Dank, dass Du uns geholfen hast, das salvatorianische Charisma in Bezug auf Komplementarität und Universalität der Sendung zu verstehen. 

Lieber P. Karl Hoffmann in der Stille und Solidarität mit so vielen Menschen, die uns in diesen Tagen verlassen ohne die wohlverdiente Trauer, begleiten wir Dich mit unseren dankbaren Gebeten. Die Erinnerung an Deiner Existenz unter uns wird uns begleiten und uns Kraft geben, diesen Weg des Erkennens, Liebens und Folgen des Göttlichen Heilandes fortzusetzen. Lieber Mitbruder, gib uns deinen Segen und ruhe im Frieden Gottes! 

Rom, den 16. Dezember 2020 

Milton Zonta SDS 

Generaloberer 

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1 FRANZISKUS. Apolisches Schreiben Patris corde, am 8. Dezember 2020, Rom.