QUADRAGESIMA

Mag sich der Fasching/Karneval auch lautstark verabschieden, die Fastenzeit kommt eher auf leisen Pfoten. Der Auftakt dazu, der Aschermittwoch ganz ohne Tamtam. Aber mit einem kräftigen Zeichen: eben der Asche. Zeichen der Vergänglichkeit, Hinweis auf Sterben und Tod. Es beginnt auf jeden Fall eine ernste Zeit, wenn man so will: eine Zeit auf Leben und Tod, genauer auf Tod und Leben.

Für viele Gläubige beginnt eine Art persönlicher „Saure-Gurken-Zeit“. Eine Zeitspanne, in der Entsagung und Verzicht auf dem Programm stehen, die Fastenzeit eben. In der kirchlichen Sprache ist lieber von „österlicher Bußzeit“ die Rede.

Ursprünglich ist es die Zeit der intensiven Vorbereitung auf die Taufe in der Osternacht. Für die Getauften eine Zeit der Besinnung/Umkehr/Neuausrichtung auf das empfangene Sakrament. Auf jeden Fall sollen wir Gläubige dann „die drei Österlichen Tage vom Leiden und Sterben von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“ wohl vorbereitet mitfeiern können.

Unter den vielen Bezeichnungen für diese Bereitungszeit gefällt mir ein alter Begriff immer besser: Quadragesima. Zu Deutsch einfach: Vierzig. Zunächst fasziniert mich daran die Schlichtheit. Dann aber auch, dass die Zeit der Vierzig Tage eben mehr ist als bloß Aszese oder Verzicht. Sie kann auch ein Mehr sein, ein Mehr an Zeit-haben-für …, ein Mehr an Geduld beispielsweise oder an Herzlichkeit.

Pater Heinrich Mühlbauer SDS

Foto: Kasjan Farbisz, Pixabay