Pater Pankratius Pfeiffer

Generalsuperior der Salvatorianer

Der gebürtige Allgäuer trat als 17-Jähriger in den jungen Orden der Salvatorianer ein, der von P. Franziskus Maria vom Kreuze Jordan 1881 gegründet worden war. Ab 1902 war er als Generalprokurator der Salvatorianer in verantwortlicher Stellung. Beim Generalkapitel 1915 trat der Gründer von der Leitung zurück. P. Pankratius übernahm als Generalvikar die Leitung des Ordens und wurde nach dem Tod von P. Jordan 1918 Generalsuperior. 30 Jahre – bis zu seinem tragischen Tod – leitete er den aufblühenden Orden mit viel Umsicht und Tatkraft. Als er 1915 begann, zählte der Orden mit Kandidaten 455 Mitglieder, 1938 – vor Ausbruch des 2. Weltkrieges – 1.820 Mitglieder.
Seine Nebentätigkeit im Vatikan, die deutschsprachigen Audienzen vorzubereiten, brachten ihm viele Kontaktmöglichkeiten mit hochgestellten Persönlichkeiten des kirchlichen und politischen Lebens, die den Salvatorianern später zugute kamen. Nach Öffnung Deutschlands für aktive Orden nach dem 1. Weltkrieg konnte von P. Pankratius ein ganzes Netz von Niederlassungen aufgebaut werden, angefangen in Niederbayern (Griesbach und Pfarrkirchen) und Schwaben (Bad Wurzach-Gottesberg und Bad Wurzach-Stadt) über Berlin (Caritasheim, Schmargendorf und Salvatorverlag) und Steinfeld. Auch im Missionsbereich taten sich neue Arbeitsfelder auf (China, Kolumbien). P. Pankratius beherrschte im Laufe seines Lebens die klassischen und alle westeuropäischen und Sprachen.

'Pfeiffer's Liste' ist der Titel eines Dokumentarfilmes, der im Jahr 2006 gedreht wurde und P. Pankratius herausragende Bedeutung in der Besatzungszeit Roms durch die Deutsche Wehrmacht zum Thema hat. Im Herbst 1943 wurde die Stadt von deutscher Wehrmacht und SS regiert. Nach neun Monaten zogen sie sich infolge des Herannahens der Aliierten nach Norden zurück. P. Pankratius Pfeiffer wurde im Laufe dieser Monate einer der wichtigsten Vermittler zwischen Papst Pius XII und den Deutschen, weil er von beiden als integre Persönlichkeit respektiert wurde. Die wenigen schriftlichen Unterlagen, die vorhanden sind, machen deutlich, dass er sich meist erfolgreich für Juden, politisch Verfolgte und Gefangene eingesetzt hat und außerdem im Mutterhaus der Salvatorianer – wie in vielen anderen Klöstern – viele Verfolgte im Dachboden versteckte, sodass sie überleben konnten.

P. Pankratius erreichte bei der Besatzungsmacht auch, dass nach Rom mehr Material für den Winter transportiert werden konnte. Etliche Orte nördlich von Rom verdanken erwiesener Maßen seinem Einsatz, dass die Deutschen ihre Orte nicht verwüstet zurückließen. Kein Wunder, dass P. Pankratius von der Bevölkerung den Ehrennamen erhielt: Engel von Rom.